Welche Gesundheitsrisiken birgt das Zurückhalten von Urin?
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Medizinisch als erzwungene Harnverhaltung bezeichnet, trifft hier das Sprichwort „stille Wasser sind tief“ zu. Regelmäßiges Wasserlassen scheidet nicht nur Stoffwechselabfälle aus, sondern reinigt auch das Harnsystem.Durch längeres Zurückhalten von Urin sammelt sich dieser in der Blase an. Dieser Urin, der Bakterien und Giftstoffe enthält, wird nicht rechtzeitig ausgeschieden. Gleichzeitig dehnt sich die Blase unter Druck aus, drückt auf die Blutgefäße und verursacht eine Durchblutungsstörung in der Blasenschleimhaut, wodurch deren Widerstandsfähigkeit verringert wird. Infolgedessen nutzen Bakterien diese Schwachstelle aus, um sich stark zu vermehren, was zu Erkrankungen wie Blasenentzündung, Harnröhrenentzündung, Dysurie, Hämaturie oder Enuresis führen kann.
Das Zurückhalten von Urin führt auch zu physiologischen und psychologischen Spannungen, erhöht den Blutdruck bei Bluthochdruckpatienten und löst bei Patienten mit koronarer Herzkrankheit Arrhythmien oder sogar Angina pectoris aus. Für ältere Menschen mit vorbestehenden Herz-Kreislauf-Erkrankungen ist dies gleichbedeutend mit Öl ins Feuer gießen. Eine Prostatavergrößerung, eine häufige Erkrankung bei älteren Menschen, wird besonders belastend, wenn eine längere Harnverhaltung die bereits vergrößerte Prostata zusätzlich belastet.
Internationale Forschungsergebnisse weisen auf einen starken Zusammenhang zwischen der Häufigkeit des Wasserlassens und der Häufigkeit von Blasenkrebs hin. Verringertes Wasserlassen erhöht das Blasenkrebsrisiko, da eine Harnverhaltung die Exposition gegenüber Karzinogenen in der Blase verlängert. Studien deuten darauf hin, dass eine gewohnheitsmäßige Harnverhaltung das Blasenkrebsrisiko im Vergleich zur Allgemeinbevölkerung um das 3- bis 5-fache erhöht.
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