Reisepsychologie: Haben Sie jemals davon geträumt, die Welt zu bereisen?
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In 80 Tagen um die Welt ist ein berühmter klassischer Abenteuerroman des französischen Autors Jules Verne aus dem 19. Jahrhundert. Sein Protagonist, der englische Gentleman Phileas Fogg, wettet mit Freunden um 20.000 Pfund, dass er in 80 Tagen die Welt umrunden und nach London zurückkehren kann.Fogg und sein Begleiter begeben sich auf ihre Weltreise, überqueren das Rote Meer und den Indischen Ozean, bevor sie den Pazifik überqueren. Sie ertragen Trennung, Haftbefehle und Verfolgung und nutzen dabei verschiedene Transportmittel: Dampfschiffe, Züge, Kutschen, Handelsschiffe, Schlitten und Elefanten... Am Ende des Romans stellt der Autor die Frage: Was hat der Protagonist Fogg letztendlich von dieser beschwerlichen Reise gewonnen? Die Antwort: Glück.
Wenn es um Träume geht, ist „die Welt bereisen“ für viele wahrscheinlich die erste Wahl. Daher lösten die Reiseerlebnisse des „sechzigjährigen Rucksacktouristen“ in der Nachrichtenmeldung eine so starke Reaktion aus – nicht nur Lob und Neid, sondern tiefergehend auch Ausdrucksformen von Hilflosigkeit und Bedauern über den unerfüllten Traum, die Welt zu umrunden. Warum übt das Reisen auf so viele Menschen eine so unwiderstehliche Anziehungskraft aus? Welche psychologischen Bedürfnisse befriedigt der Traum vom Weltreisen letztendlich?
Jedes menschliche Verhalten entspringt einer Motivation. Der Begriff „Motivation“ stammt aus der Psychologie und bezeichnet die psychologische Tendenz, die die Aktivitäten eines Individuums initiiert und aufrechterhält und sie auf bestimmte Ziele ausrichtet. So wird auch das Reisen von den zugrunde liegenden Reisemotivationen bestimmt. Einfach ausgedrückt bezeichnet die Reisemotivation die innere Triebkraft, die ein Individuum dazu veranlasst, bewusst eine Reise zu planen, sich für Reiseziele zu entscheiden und die Art der Reise festzulegen.Die humanistische Psychologie geht davon aus, dass Motivation aus menschlichen Bedürfnissen entsteht. Diese Bedürfnisse erzeugen eine psychologische Spannung, die eine innere Triebkraft – Motivation – hervorruft, die dann Handlungsziele festlegt und konkretes Verhalten zur Befriedigung des Bedürfnisses hervorruft, wodurch die psychologische Spannung vor der Einleitung der nächsten Handlung gemildert wird. Maslows Hierarchie der Bedürfnisse, die vom humanistischen Psychologen Abraham Maslow vorgeschlagen wurde, unterteilt die menschlichen Bedürfnisse in sechs Stufen:
(1) Physiologische Bedürfnisse: Nahrung, Wasser, Luft usw.;
(2) Sicherheitsbedürfnisse: Sicherheit, Stabilität, Ordnung und Schutz;
(3) Soziale Bedürfnisse (Zugehörigkeit und Liebe): emotionale Erfüllung, zwischenmenschliche Beziehungen;
(4) Bedürfnisse nach Wertschätzung: Selbstachtung, persönlicher Ruf, Ehre, Status, Leistung;
(5) Selbstverwirklichungsbedürfnisse: Selbstentfaltung und Maximierung des persönlichen Potenzials;
(6) Transzendentale oder spirituelle Bedürfnisse (1969 als Theorie Z vorgeschlagen).
Diese sechs Bedürfnisstufen entwickeln sich sequenziell von unten nach oben. Je höher die erreichte Bedürfnisbefriedigung ist, desto stärker ist das Gefühl der inneren Zufriedenheit und des Glücks des Einzelnen.Die ersten drei Stufen stellen grundlegende menschliche Bedürfnisse dar, die jedoch nicht ausreichen, um Reisemotivationen zu erklären. Die höheren Bedürfnisse in den letzten drei Stufen lösen häufig Reiseimpulse aus. Dementsprechend lassen sich Reisemotivationen, die das menschliche Verhalten beeinflussen, wie folgt kategorisieren: Erstens dient Reisen als wirksames Mittel zur Verbesserung des Selbstbildes. Durch vielfältige soziale Interaktionen knüpfen Menschen neue Freundschaften, verdienen sich den Respekt anderer und erreichen eine günstige soziale Stellung.Zweitens drückt Reisen das menschliche Verlangen nach Neuem und Abwechslung aus, das Streben nach Neuheit, Freude, Frische und Aufregung, die man auf der Reise selbst findet. Drittens ermöglicht Reisen den Menschen, sich wieder mit der Natur zu verbinden und sich intensiv mit der natürlichen Welt auseinanderzusetzen. Viertens hilft Reisen dem Einzelnen, sein authentisches Selbst zu entdecken und den Druck der angespannten Realität abzubauen.
Tatsächlich erfüllt das Reisen – und sogar der gehegte Traum, „die Welt zu bereisen“ – moderne psychologische Bedürfnisse, indem es ein Gefühl der Ausgeglichenheit schafft. Dies ist die grundlegende Motivation für die Begeisterung der meisten Menschen, sich auf Reisen zu begeben. Packen Sie Ihre Koffer und begeben Sie sich auf die Suche nach Authentizität – sind Sie bereit?
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