Wie man 4 gängige Tricks bei Lebensmittelverpackungen erkennt
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Verbraucher lassen sich leicht von selbstbeweihräuchernden Aussagen auf Lebensmittelverpackungen beeinflussen. Wie sollten wir diese verlockenden Aussagen in Werbung und auf Verpackungen interpretieren? Hier untersuchen wir repräsentative Aussagen, um ihre zugrunde liegenden Botschaften zu analysieren und die Wahrheit über die Produkte aufzudecken.Aussage 1: „Ohne Zusatz von Konservierungsstoffen” Dies schließt zwar Konservierungsstoffe aus, aber nicht andere Lebensmittelzusatzstoffe. Antioxidantien, Aromastoffe, Farbstoffe, Farbentwickler, Geschmacksverstärker und ähnliche Substanzen können dennoch enthalten sein. Mit anderen Worten: Das Fehlen von Konservierungsstoffen garantiert keinen „rein natürlichen” Zustand.
Viele Lebensmittel benötigen von Natur aus keine Konservierungsstoffe, beispielsweise Konserven, Produkte mit extrem hohem Salz- oder Zuckergehalt und besonders trockene Produkte wie Instantnudeln oder getrocknete Nudeln. Bei Konserven werden Bakterien und Sporen durch Sterilisation und Versiegelung vollständig beseitigt, wodurch eine Kontamination von außen verhindert wird. Ohne Wasser können sich Bakterien nicht vermehren, während ein hoher Salz- und Zuckergehalt als natürlicher Konservierungsstoff wirkt.
Ein übermäßig hoher Salz- und Zuckergehalt kann jedoch schlimmer sein als Konservierungsstoffe. Die Gesundheitsrisiken durch übermäßigen Salzkonsum überwiegen bei weitem die Risiken durch Spuren von Konservierungsstoffen. So sind beispielsweise Saucen, Pasten und Eingelegtes, die als „ohne Konservierungsstoffe” beworben werden, oft sehr salzig und enthalten manchmal Zuckerzusätze, um den Geschmack zu überdecken. Daher sollte „ohne Konservierungsstoffe” nicht der Hauptgrund für Verbraucher sein, einem Produkt den Vorzug zu geben.
Aussage 2: „Keine künstlichen Farbstoffe”
Dies bedeutet, dass zwar Farbstoffe enthalten sind, diese jedoch nicht synthetisch sind, sondern aus natürlichen Rohstoffen gewonnen werden. Beispiele hierfür sind Carotinoidextrakte, Monascus-Pigmente und Lackrot – Farbstoffe, die aus natürlichen Lebensmitteln gewonnen werden.
Für die meisten Verbraucher sind natürliche Farbstoffe vertrauenswürdiger. Bei der Gewinnung können jedoch Spuren von organischen Lösungsmitteln zurückbleiben.Sofern sie den einschlägigen Produktstandards entsprechen, muss dies kein Grund zur Sorge sein. Das Problem entsteht, wenn die intensive Färbung des Produkts auf diese Pigmente zurückzuführen ist, was bedeutet, dass die Inhaltsstoffe nicht vollständig „rein natürlich” sind.
Betrachten wir beispielsweise die roten oder grünen „Fruchtsäfte”, die häufig in Supermärkten zu finden sind, konzentriert erscheinen und auf ihrer Verpackung auffällige Fruchtbilder aufweisen. Bei genauerer Betrachtung der Zutatenliste stellt man jedoch fest, dass sie nur etwa 20 % echten Fruchtsaft enthalten.Das bedeutet, dass 80 % des Inhalts aus einer Mischung aus Wasser, Zucker, Aromen, Farbstoffen, Verdickungsmitteln und anderen Zusatzstoffen bestehen. Obwohl natürliche Farbstoffe verwendet werden, wird den Verbrauchern dennoch vorgegaukelt, das Produkt sei konzentrierter als 100 % Fruchtsaft.
Behauptung 3: „Ohne Zusatz von Saccharose”
Diese Behauptung findet sich häufig auf Produkten auf Stärkebasis, Keksen und Gebäck. Auf der Verpackung steht „ohne Zusatz von Saccharose”, was bedeutet, dass sie keinen Weißzucker enthalten, wie er üblicherweise konsumiert wird. Mittelalte und ältere Menschen, Diabetiker und Menschen mit Adipositas sind besonders anfällig für solche Behauptungen. In Wirklichkeit ist dies jedoch eine erhebliche Gefahr.
Saccharose ist bei weitem nicht der einzige Inhaltsstoff, der den Blutzuckerspiegel schnell ansteigen lassen kann. Raffinierte Stärke lässt den Blutzucker bereits erheblich ansteigen, während aus Stärke gewonnene Produkte wie Dextrin, Maltodextrin, Malzsirup, Glukosesirup und Maissirup mit hohem Fruktosegehalt Saccharose in dieser Hinsicht noch übertreffen. Diese Inhaltsstoffe sind häufig in Produkten enthalten, die als „saccharosefrei” gekennzeichnet sind.Für Diabetiker, die sich für diese Alternativen entscheiden, wäre es weitaus besser, stattdessen einfach einfachen Reis zu essen.
Aus ernährungsphysiologischer Sicht ist „zuckerfrei” nicht gleichbedeutend mit einem höheren Nährstoffgehalt. Wenn Saccharose weggelassen wird, womit wird dann das Volumen aufgefüllt? In der Regel mit Stärke, Dextrinen, Fetten und Ölen – Zutaten, die lediglich Kalorien liefern und den Blutzuckerspiegel erhöhen, ohne einen wirklichen Nutzen zu bieten.Das Problem liegt in der Illusion, die sie oft vermitteln, „hochwertig” oder „nahrhaft” zu sein. Behauptung 4: „MSG-frei” Westliche Produkte werben häufig mit dem Hinweis „MSG-frei”, als wäre Mononatriumglutamat eine Plage. Allerdings reagiert eine kleine Minderheit von Menschen tatsächlich empfindlich auf das Natriumglutamat in MSG und zeigt Nebenwirkungen.Infolgedessen sind zahlreiche sogenannte MSG-freie Produkte auf den Markt gekommen. Viele Experten warnen jedoch davor, dass „MSG-frei” nicht gleichbedeutend mit der Abwesenheit von Mononatriumglutamat selbst ist und auch nicht garantiert, dass keine künstlichen Geschmacksverstärker enthalten sind.
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