Kann man mit polyzystischem Ovarialsyndrom schwanger werden?
 Encyclopedic 
 PRE       NEXT 
Im Alltag verbinden Frauen das polyzystische Ovarialsyndrom (PCOS) zunehmend mit Unfruchtbarkeit. Nach der Diagnose PCOS werden viele ängstlich und befürchten, niemals schwanger werden zu können. Können Frauen mit PCOS also schwanger werden?
Das polyzystische Ovarialsyndrom (PCOS) ist eine endokrine Störung, die durch Fortpflanzungsstörungen und einen gestörten Glukosestoffwechsel gekennzeichnet ist.Anhaltende Anovulation, Hyperandrogenismus und Insulinresistenz sind seine Hauptmerkmale. Typische klinische Symptome sind unregelmäßige Menstruation oder sogar Amenorrhö. Einige Patientinnen zeigen Virilisierungssymptome wie Akne, Gesichtsbehaarung und übermäßige Körperbehaarung an Brüsten, Achselhöhlen, Oberschenkeln und Mittellinie.Andere leiden unter übermäßiger Gewichtszunahme, einem erhöhten Taillenumfang und erhöhten Blutfett- und Glukosewerten.
PCOS führt häufig zu Unfruchtbarkeit, da sich mehrere kleine Follikel gleichzeitig in den Eierstöcken entwickeln. Diese Follikel reifen jedoch nicht zu dominanten Follikeln heran und können nicht normal ovulieren, was zu Unfruchtbarkeit führt.Gleichzeitig verdickt sich die äußere weiße Membran des Eierstocks und verhindert so, dass die Eizelle diese durchbrechen kann. Dieser Zustand wird klinisch als „Luteinisiertes unrupturiertes Follikel-Syndrom” (LUFS) bezeichnet. Können Frauen mit polyzystischem Ovarialsyndrom schwanger werden? Bedeutet das Vorliegen eines polyzystischen Ovarialsyndroms, dass eine Schwangerschaft unmöglich ist? Die Antwort lautet eindeutig „nein”. Mit wissenschaftlicher Beratung und Behandlung durch einen Facharzt bleiben die Chancen auf eine Schwangerschaft weiterhin hoch.
Um die Hauptmerkmale des PCOS – anhaltende Anovulation, Hyperandrogenismus und Insulinresistenz – zu bekämpfen, besteht der wichtigste therapeutische Ansatz in einer Änderung des Lebensstils. Dazu gehören die Einstellung des Rauchens und Alkoholkonsums, eine zuckerarme, ballaststoffreiche Ernährung und regelmäßige, moderate körperliche Bewegung.
(1) Körperliche Bewegung: 30 Minuten täglich, mindestens fünfmal pro Woche. Gewichtsreduktion ist die primäre Behandlung für adipöse PCOS-Patientinnen, wobei ein Gewichtsverlust von mindestens 5 % als Idealziel gilt.
(2) Zur Regulierung des Menstruationszyklus und zur Vorbeugung einer Endometriumhyperplasie können orale Kontrazeptiva, eine reine Gestagen-Therapie während der Lutealphase usw. eingesetzt werden.
(3) Senkung des Androgenspiegels im Blut.
(4) Verbesserung der Insulinresistenz und Erhöhung der Insulinsensitivität;
(5) Bei Patientinnen, die schwanger werden möchten, können verschiedene Medikamente zur Auslösung des Eisprungs eingesetzt werden;
(6) Chirurgische Eingriffe, wie laparoskopische Ovarialdrillung oder Ovarialkeilresektion;
(7) Bei einigen refraktären Fällen von PCOS können assistierte Reproduktionstechniken (ART) wie die In-vitro-Fertilisation (IVF) eingesetzt werden.
Bei Patientinnen mit PCOS-bedingter Unfruchtbarkeit ist eine umfassende Untersuchung erforderlich. Dazu gehört eine Reihe von Untersuchungen unter Berücksichtigung des Alters, der Menstruationsgeschichte, der Manifestationen des Hyperandrogenismus, der Dauer der Unfruchtbarkeit und des Glukosestoffwechsels, um einen individuellen Behandlungsplan zu erstellen.
In unserer klinischen Praxis haben zahlreiche PCOS-Patientinnen durch eine proaktive Behandlung erfolgreich gesunde Babys zur Welt gebracht. Letztendlich können Frauen mit polyzystischem Ovarialsyndrom mit Zuversicht, enger Kommunikation zwischen Arzt und Patientin und gemeinsamen Anstrengungen eine Schwangerschaft und Geburt erreichen.
 PRE       NEXT 

rvvrgroup.com©2017-2026 All Rights Reserved