Kann der Verzehr von Sperma „die Lebenserwartung verlängern”?
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Gerücht: Sperma ist eigentlich ein Elixier der Unsterblichkeit. Österreichische Wissenschaftler haben entdeckt, dass Spermidin im menschlichen Sperma Anti-Aging-Eigenschaften besitzt und die Lebensdauer verlängern kann. Tiere, denen diese Verbindung verabreicht wurde, zeigten eine deutlich verlängerte Lebensdauer!
Wahrheit: Diese „legendäre Forschung” österreichischer Wissenschaftler ist tatsächlich authentisch.Die Studie mit dem Titel „Induction of autophagy by spermidine promotes longevity” (Induktion von Autophagie durch Spermidin fördert die Langlebigkeit) wurde in der Oktoberausgabe 2009 von Nature Cell Biology [1] veröffentlicht. Die Forscher konzentrierten sich auf die spezifischen Auswirkungen von Spermidin auf das Altern und die Lebensdauer von Organismen.Sie entdeckten, dass Hefen in der Spermidin-Gruppe viermal länger lebten als die Kontrollgruppe, wenn Spermidin dem Kulturmedium oder der Nahrung zugesetzt wurde. Die Lebensdauer von Fruchtfliegen in der Spermidin-Gruppe verlängerte sich im Vergleich zur Kontrollgruppe um 30 %. Die Lebensdauer von Fadenwürmern stieg um 15 %. Bei Mäusen, die mit Spermidin behandelt wurden, wurden jedoch keine Veränderungen der Lebensdauer beobachtet.
Tatsächlich induziert Spermidin die Autophagie in den Zellen. Autophagie bezeichnet den zellulären Mechanismus, bei dem Lysosomen gebildet werden, um Zellbestandteile oder sogar ganze Zellen zu verdauen, zu recyceln und wiederzuverwenden. Die wissenschaftliche Gemeinschaft vermutet stark, dass der vollständige Zerfall von Zellen durch Autophagie eine Form des programmierten Zelltods darstellt.Im Wesentlichen ist die Autophagie entscheidend für die Aufrechterhaltung des Gleichgewichts zwischen Zellwachstum und Regeneration. Frühere Forschungen deuten darauf hin, dass mit zunehmendem Alter der Zellen die intrazellulären Spermidinkonzentrationen allmählich abnehmen. Der kausale Zusammenhang zwischen diesen beiden Phänomenen ist jedoch noch nicht geklärt. Diese Studie ist zwar sehr interessant und aufschlussreich, bleibt aber eine vorläufige Untersuchung. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass mit zunehmender Komplexität der Organismen die Wirksamkeit einer direkten Spermidin-Supplementierung abnimmt.Darüber hinaus fehlen weiterhin Daten zur Lebensdauer von Mäusen – der für den Menschen relevantesten Referenz. Fazit: Gerücht widerlegt. Spermidin wurde zwar tatsächlich erstmals aus Sperma isoliert, ist aber in Wirklichkeit eine Substanz, die in allen lebenden Organismen weit verbreitet ist. Die Verwendung von „Sperma” als Marketing-Gag ist reine Sensationsmache. Diese Forschung sollte nicht so interpretiert werden, dass „der Verzehr von Sperma das Leben verlängert”. Schweinefüße, Schweinehaut, Seegurken, weißer Pilz, Haifischflossen und Rindfleischsehnen besitzen alle eine viskose, gelatineartige Schicht, die ihnen eine weiche, elastische Textur verleiht – das berühmte „Kollagen”. Die Vorstellung, dass der Verzehr dieser Lebensmittel „verjüngend” wirkt, ist völlig unbegründet.
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