Gewohnheiten von Nachtschwärmern: „Spätabendlicher Zwang” plagt Angestellte
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Das Privatleben beginnt erst nach der Arbeit. Man ignoriert die körperliche Müdigkeit und bleibt lange auf, um zu spielen, im Internet zu surfen, zu lesen, Filme zu schauen oder sich mit Freunden zu treffen... Doch wenn man nichts anderes zu tun hat, bleibt der Schlaf aus, sodass man sich zwingt, bis ein oder zwei Uhr morgens aufzubleiben, bevor man ins Bett geht. Dies ist der Inbegriff des „Spätabendzwangs”.Kürzlich nahm eine Online-Umfrage mit dem Titel „Haben Sie einen nächtlichen Schlafzwang?” in einem Gesundheitsforum Tausende von Teilnehmern an. Unter den aufgeführten Symptomen wählten 70 % der Befragten „Ja”.
„Wenn ich abends nach Hause komme, verwandelt sich meine Schläfrigkeit in Hyperaktivität, was dazu führt, dass ich im Internet surfe, Romane lese oder Filme schaue.”Wenn ich spiele, denke ich immer: „Das wird meine letzte Runde sein.“ Wenn ich Serien schaue, sage ich mir: „Nach dieser Folge gehe ich schlafen“ – aber ich halte mich nie daran.“ Diese Beschreibungen fanden bei den meisten Berufstätigen großen Anklang, die bestätigten, dass sie solche Muster häufig erleben.
Symptom eins: Tagsüber mit Arbeit beschäftigt, abends mit Entspannung beschäftigt
Longjiang (Pseudonym), der bei einer Regierungsbehörde arbeitet, war während seines Studiums ein begeisterter Gamer. Nach seinem Berufseinstieg schrumpfte seine tägliche Spielzeit erheblich. Folglich empfand er die Zeit nach der Arbeit als seine eigene, in der er sich richtig entspannen konnte.Deshalb spielt er nach der Arbeit bis ein oder zwei Uhr morgens. Trotzdem steht er am nächsten Tag pünktlich zur Arbeit auf, kommt mit blutunterlaufenen Augen und unaufhörlichem Gähnen ins Büro und greift dann zu Kaffee, starkem Tee oder Zigaretten, um wach zu bleiben.
Symptom zwei: Vor Mitternacht lustlos, danach voller Energie
Xiao Dong, der als Schriftsteller arbeitet, findet vor Mitternacht alles uninspirierend. Dennoch zwingt er sich, wach zu bleiben, um den bevorstehenden Energieschub zu nutzen. Sobald die schlimmste Müdigkeit vorbei ist, steigt seine Stimmung. Er liest, schreibt Artikel und chattet mit Freunden, die ebenfalls lange aufbleiben, und beschäftigt sich fröhlich.Er hat sich daran gewöhnt, wichtige Aufgaben auf den Abend zu verschieben, eine Gewohnheit, die ihm endlose Probleme bereitet: Tagsüber wirkt er bei der Arbeit erschöpft, hat Schwierigkeiten, sich zu konzentrieren, erledigt Aufgaben erst in letzter Minute und ist nervös, wenn unerwartete Situationen auftreten... Immer wenn solche Situationen auftreten, bereut er, dass er zu lange aufgeblieben ist und seine Arbeit nicht früher erledigt hat, doch am nächsten Tag verfällt er unweigerlich wieder in seine nächtliche Routine.
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Symptom drei: Die Gewohnheit, eine „Nachteule” zu sein, beeinträchtigt das Wohlbefinden von Stadtbewohnern
In Interviews wurde deutlich, dass diese Muster bei vielen jungen Menschen alltäglich geworden sind. Arbeitsanforderungen, tief verwurzelte Gewohnheiten, Stressabbau und das Ausfüllen von Leerlaufzeiten werden als Hauptgründe für die Beibehaltung nächtlicher Routinen genannt.
Dr. Zhou Ruixiang von der Neurologischen Abteilung des Wuhan First Hospital erklärt, dass das Behandeln von langen Nächten als Routine – nur widerwillig einschlafen, wenn man völlig erschöpft ist – eigentlich eine Manifestation von zwanghaftem Verhalten ist.Aus gesundheitlicher Sicht sind die Nachteile beträchtlich. Unregelmäßige Schlafgewohnheiten und anhaltender Stress können das Immunsystem schwächen und die endokrine Funktion stören, wodurch Menschen anfällig für Erkältungen, Magen-Darm-Infektionen, Allergien und andere Störungen des autonomen Nervensystems werden. Längerer Schlafentzug kann auch zu Schlaflosigkeit, Gedächtnislücken, Reizbarkeit und Angstzuständen führen.
Er stellte die These auf, dass diesem „zwanghaften nächtlichen Verhalten” in der Regel zwei Hauptfaktoren zugrunde liegen. Erstens stellt es oft einen stillen Protest gegen das Leben am Tag dar.Nach einem anstrengenden Tag sind Nachtschwärmer oft erschöpft und gestresst und benötigen eine erhöhte Stimulation, um ihre geistige Müdigkeit vor dem Schlafengehen zu überwinden. Solche Menschen vertiefen sich häufig in Online-Aktivitäten – sie schauen Videos, stöbern in Foren, chatten, besuchen Nachtclubs oder bauen Druck durch schnelle, intensive Musik ab. Der zweite Grund ergibt sich aus gewohnheitsmäßigen Fehlvorstellungen über den Schlaf.Zwanghaftes nächtliches Wachsein unterscheidet sich grundlegend von Schlaflosigkeit. Bei Schlaflosigkeit kann man trotz des Wunsches nicht einschlafen, während zwanghafte Nachtschwärmer sich zwingen, wach zu bleiben. In der Regel bleiben Menschen, die zwanghaft lange aufbleiben, nicht aus physiologischen Gründen, sondern aus psychologischen Bedürfnissen heraus wach. Sie bestehen darauf, bestimmte Aufgaben nur zu erledigen, wenn die Nacht tief und ruhig ist – wie zum Beispiel Zimmer aufräumen, Zeitschriften lesen oder Artikel schreiben.
Experten empfehlen, nach der Arbeit gesunde Bewegung zu betreiben, um Spannungen abzubauen, damit Körper und Geist nach Schlaf verlangen und sich allmählich eine Routine für frühes Zubettgehen entwickelt. Bei Menschen, deren nächtliche Gewohnheiten auf berufliche Anforderungen zurückzuführen sind, liegt die Ursache oft in Angstzuständen, die durch übermäßigen Druck ausgelöst werden. Sie sollten lernen, ihre Zeit effektiver zu nutzen, keine Arbeit mit nach Hause zu nehmen und Entspannungstechniken zu praktizieren, während sie sich direkt mit Stress auseinandersetzen.
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