Chai Jing: Eine Botschaft an Schüler, die sich auf die Gaokao vorbereiten
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Seit meinem vierten Lebensjahr stand ich jeden Tag vor Sonnenaufgang auf. Meine Großmutter begleitete mich zur Schule und umging dabei den großen Hund. Ich stapfte vor mich hin, meine Füße versanken ungleichmäßig im Boden, und vor meinen Augen tanzten Sterne.
Wenn ich aufwachte und sah, dass das Fensterpapier bereits von blauem Licht durchflutet war, war meine erste Reaktion, zu schreien: „Ich komme zu spät!“
Ich kam immer als Erste in der Schule an und stand wackelig in meiner wattierten Jacke in der dunklen Tür und wartete darauf, dass sich das Tor öffnete.
Wenn die morgendliche Schulglocke läutete, holte ich meine Bücher heraus und ließ mich sofort mit dem Gesicht nach unten auf den Tisch fallen.
Ohne Ausnahme.
Ich wachte erst wieder auf, wenn die nächste Glocke läutete.
Heute schrieb Tumo in seinem Blog darüber, wie miserabel seine Gaokao-Ergebnisse damals waren und wie er schließlich zweimal an der Fudan-Universität zugelassen wurde – einmal durch Empfehlung und einmal durch eine Prüfung.
Er war begeistert, gerade jemanden getroffen zu haben, „der auch von der Fudan-Universität kommt und ebenfalls die volle Punktzahl in Gaokao-Mathematik erreicht hat!“
Sein Blogbeitrag trug den Titel „Ich liebe es einfach, mich mit hochintelligenten Menschen zu unterhalten“.
Nun, es scheint, als hätte ich Tu Moto von nun an verloren.
Ich habe von meinem vierten Lebensjahr bis zum Universitätsabschluss nie die volle Punktzahl erreicht, es nie unter die Top Ten geschafft, nie Lob von Lehrern erhalten und nie mit Stolz um mich geblickt, wenn die Prüfungsunterlagen zurückgegeben wurden.
Ich ging aus Angst zur Schule. Nachdem ich mein Buchhaltungsstudium gerade so geschafft hatte, bekam ich einen Job bei einem Radiosender.
An meinem ersten Abend zu Hause stand ich wie gewohnt vor dem Fernseher und schaute eine kurze Sendung, bevor ich mich ins Wohnzimmer begab, um meine Hausaufgaben zu machen. Als ich mich umdrehte, erstarrte ich mit offenem Mund – keine Hausaufgaben?
Meine ersten zwanzig Jahre waren damit zu Ende gegangen und hatten keine weitere Bedeutung für mein weiteres Leben.
Die größte nachhaltige Auswirkung war, dass ich von dem Moment an, als ich sie hinter mir gelassen hatte, nie wieder freiwillig früh aufgestanden bin.
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